Der VDS trauert um Hanna-Renate Laurien
Am 12. März 2010 ist im Alter von beinahe 82 Jahren Dr. Hanna-Renate Laurien in Berlin verstorben. Frau Laurien war im Jahre 1988 die erste Preisträgerin der vom Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) gestifteten Leo-Kestenberg-Medaille, die seither alle zwei Jahre für besondere Verdienste um die Musikerziehung in Deutschland verliehen wird.
In seiner Laudatio im Rahmen der Bundesschulmusikwoche in Karlsruhe führte der damalige VDS-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Ehrenforth u.a. aus: Frau Laurien „hat sich seit Jahrzehnten für eine engagierte und dem besonderen Bildungsauftrag bewusste Musikerziehung in und außerhalb der Schule eingesetzt: als Schulleiterin, als Staatssekretärin und Kultusministerin in Rheinland-Pfalz und als Senatorin in Berlin. Sie war stets bereit, uns zu ermutigen, aber auch uns zu kritisieren. Und wir haben keinen Zweifel, dass Frau Laurien in mancher Sitzung der Kultusministerkonferenz die Bedeutung der Musikerziehung verteidigt hat, auch wenn es noch nicht so opportun war wie heute“. Frau Laurien brachte sich in der ihr eigenen Art nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten (musik)politisch engagiert ein. Musikalische Bildung und Musikunterricht für alle waren für sie nicht nur griffige Formeln, die am Sonntag leicht über die Lippen gingen. Für sie waren es vielmehr konkrete Aufgaben, denen sie unkonventionell, unnachgiebig und resolut nachging. Mit Hanna-Renate Laurien haben wir eine Persönlichkeit verloren, deren Qualitäten man im musikpolitischen Bereich heute kaum noch findet.

