22.04.2010

Offener Brief an den Berliner Bildungssenator


Bundesvorstände und Ländervertreter des Arbeitskreises für Schulmusik (AfS) und des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS) in Weimar, April 2010

Am 16./17. April 2010 haben sich in Weimar die Bundesvorstände und Ländervertreter der beiden größten deutschen Musiklehrerverbände, des Arbeitskreises für Schulmusik (AfS) und des Verbands Deutscher Schulmusiker (VDS) getroffen, die gemeinsam fast 8.000 bildungs- und kulturpolitisch besonders sensibilisierte und interessierte Mitglieder vertreten. In der ersten außerordentlichen Bundesvorstandssitzung ihrer über 50jährigen Verbandsgeschichte haben sie sich mit der aktuellen Entwicklung des Schulfachs Musik in Berlin beschäftigt und dabei die folgende Erklärung verabschiedet:

Die Bundesvorstände von AfS und VDS verurteilen auf das Schärfste die Pläne des Berliner Senats für Bildung, Wissenschaft und Forschung, in der zukünftigen Sekundarschule dem Fach Musik nur noch zwei Stunden zusammen mit dem Fach Kunst einzuräumen. Hinzu kommt die Tatsache, dass diese Stunden bis auf eine einzige Stunde Musik in der 10. Klasse auch noch komplett entfallen dürfen.

Durch Ihre Entscheidung wird der allgemein bildende Musikunterricht faktisch abgeschafft. Daher fordern wir Sie im Interesse des Kulturlebens der Bundeshauptstadt und vor allem um der in Berlin lebenden Kinder und Jugendlichen willen eindringlich dazu auf, diesen kultur- und bildungspolitischen Kahlschlag zurückzunehmen. Ihr Argument, dass an einigen musikalisch besonders engagierten Schulen der Musikanteil erhöht werden könne, nützt der Mehrheit der Schülerinnen und Schüler überhaupt nichts; Ihr Beschluss verstärkt im Gegenteil die kulturelle Spaltung der Gesellschaft noch weiter.


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