VDS-Medienpreis 2010: Preise und Empfehlungen
Preise
WDR-Klangkiste
Bei der WDR-Klangkiste handelt es sich um ein im vergangenen Jahr ins Netz gestelltes Internetangebot des Westdeutschen Rundfunks in Köln.
Die Website wendet sich in multimedialer Form an musikalisch interessierte Kinder ab vier Jahren.
Vorgestellt werden die vier WDR-Klangkörper des WDR:
- Sinfonieorchester
- Rundfunkchor
- Rundfunkorchester
- Big Band
Aber nicht nur deren Aufbau gibt es nachzulesen, sondern dem Medium Internet gemäß kann man sich im AUSWAHLMENÜ frei bedienen.
Personen (und nicht nur Musiker) stellen sich in Videoclips vor und berichten in authetischer Weise von ihren musikalischen Vorlieben, ihren Übezeiten - und manchmal verraten sie auch ihre Lieblingsspeisen.
Instrumente der Klangkörper können nach Gusto angehört und untersucht werden, sowohl im Bild als auch auf Informationskarten, die Verweise zu benachbarten Interessensgebieten liefern und so zum Stöbern einladen.
In Spielen wie „Wer wird Dirigent“ können die jungen User z.B. die „Karriereleiter erklimmen“, in anderen „verrückte Musiker“ kennen lernen und ihr Spielen per Tastatur steuern.
Die WDR-Klangkiste ist sachgerecht, aber dabei durchaus unkonventionell aufgemacht. Sie ist intuitiv bedienbar, was sie gerade für Kinder und Jugendliche gut nutzbar macht. Sie vermittelt Wissen und Kenntnisse in kindgerechter Weise, nutzt dabei die Möglichkeiten des Webs und ist daher auch innovativ und motivierend. Insgesamt bietet sie eine gelungene Mischung aus Information und „Spass an de Freud“
Cajon spielen und bauen
„Cajon spielen und bauen“ – der Titel des Heftes mit beiliegender Hybrid-DVD ist Programm: die Veröffentlichung gibt nützliche Tipps zur Bauvorbereitung sowie eine konkrete Bauanleitung zum Herstellen einer eigenen Cajon. Diese ist im Heft graphisch und textgestützt sowie auf einem Video hervorragend präsentiert. Aus weit mehr als 100 Zutaten wird schließlich ein Unikat, welches nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern ganz famos klingt. Die Herstellung ist kostengünstig und somit für einen Großteil von jungen Menschen erschwinglich. Des Weiteren erhält der Leser des Heftes vielerlei Informationen rund um die Entstehung, Entwicklung und Einsatzmöglichkeiten der Cajon. Im Zentrum des Heftes steht aber das Spiel auf der Cajon im Klassenverband. Grundlegendes zu Spieltechniken und Schlagtypen kann sich der Leser sowohl über Videosequenzen, Audiofiles als auch über die Printversion aneignen und sich mit den zahlreichen Grooves unterschiedlicher Stile vielschichtig auseinandersetzen. Darüber hinaus werden vielerlei Fragen beantwortet- hier wird die jahrelange Praxiserfahrung der Autoren in einer Hamburger Brennpunktschule deutlich.
Das Heft unterstützt Musiklehrkräfte musikpädagogisch vielschichtig zu wirken, initiiert vielseitiges Lernen und eröffnet Jugendlichen einen altersgemäßen Zugang zur Musik.
Cajon spielen und bauen. Hg: Friedrich Neumann, Autoren: Nis Nöhring und Arend Schmidt-Landmeier. Schott und Klett Verlag. Mainz 2009.
Black Music. Von der Musik der Sklaven zur musikalischen Weltsprache
Der Medienverbund besteht aus einem Schülerheft - mit Informationen, Bildern, Aufgaben, Lieder, Arrangements und Tanzanleitungen - und zwei Hybrid-CDs - mit 63 Audio-, 12 Video- und 18 Textdateien. Er beschäftigt sich mit den vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen schwarzafrikanischen, europäischen und afroamerikanischen Musikpraxen und macht dabei mit Musik aus vier Erdteilen bekannt: Folklore aus Westafrika, Sinfonie und Oper aus Europa, Samba, Capoeira und Son Cubano aus Lateinamerika, Worksongs, Spirituals, Blues, Minstrels, Jazz, Rhythm & Blues und HipHop aus Nordamerika. Drei unterschiedliche Zugänge zu dieser Musik werden angeboten: Zum einen geht es um musikalische und historische Voraussetzungen für den Kulturtransport von Afrika nach Amerika - um Grundmerkmale schwarzafrikanischer Musik und die Situation afrikanischer Sklaven in Amerika. Zum zweiten werden die funktionalen Kontexte von Musik in Afrika und Amerika untersucht: Arbeit - Religion - Protest - Feier. Zum dritten wird die sogenannte Schwarze Musik als Bestandteil der heutigen Musikwelt, vor allem als Grundlage von Rock und Pop betrachtet. Die ebenso reichhaltige wie sorgfältig gearbeitete Materialsammlung überzeugt durch ihre fachübergreifende Perspektivenvielfalt und den durchweg sinnvollen Einsatz aller medialen Möglichkeiten.
Markus Detterbeck / Wieland Schmidt - unter Mitarbeit von Bernhard Hofmann, Heinrich Klingmann, Ursel Lindner, Micha Olbrich, Gabriele Peschl, Jochen Scheytt, Gerd Seemann und Kathrin Werner
Black Music. Von der Musik der Sklaven zur musikalischen Weltsprache. Themenheft für Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe
Helbling - Rum und Esslingen
Empfehlungen
Hast du Töne
Medienpaket TONART
Die Kunst für intensive Begegnungen immer wieder einmal in den Lebensmittelpunkt gerückt, um Musik zu erleben, über sie zu reflektieren und sie zu interpretieren. Mit dem Ziel Schülerinnen und Schüler auf das Kulturleben vorzubereiten konzentriert sich das umfangreiche Medienpaket TONART auf sieben Themenfelder, die für dasselbe große Bedeutung besitzen. Jedes dieser sieben Kapitel regt im Schülerband, ergänzt durch Erläuterungen und Hilfen im Lehrerband, Hörbeispielen oder Filmausschnitten zur Beschäftigung an.
Sowohl der Ton als auch die Art haben überzeugt: Eine klare Gestaltung des Schülerbandes dessen Layout eine einfache Orientierung und einen schnellen Zugriff auf Zitate, Definitionen, Zeitleisten sowie Schüleraufgaben, Notenbeispiele sowie Hinweisen auf Audio- oder Videosequenzen ermöglicht. Exemplarisch ausgewählte, motivierende Beispiele, die oftmals kunstwerk- und meist kontextorientiert sind, regen auf sehr anspruchsvolle Weise zur kognitiven Auseinandersetzung mit bevorzugt europäischer oder „europäisierter“ Musik an. Dabei wird einerseits durch häufiges Singen und Spielen das praktische Tun, aber andererseits auch der kreative Umgang mit künstlerischen Ideen und Vorstellungen angeregt.
Rhyth:Mix 2
Das Lehrwerk Rhyth:Mix 2 richtet sich v.a. an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Es beginnt quasi bei Null, um dann aus einfachen Rhythmuselementen allmählich komplexe Strukturen entstehen zu lassen.
Die Schüler werden in höchst motivierender Weise an die Welt der Rhythmik herangeführt. Es finden sich einführende Warm Ups mit und ohne Body Percussion, Beatboxing (vokale Darstellung von Drumset-Rhythmen mit Hilfe des Mikrophons) und diverse Raps.
Daneben ist es Richard Filz aber auch gelungen, in neue Regionen der rhythmischen Arbeit mit Jugendlichen vorzudringen. So widmet sich ein großes Kapitel den „Handshakes“, sie u.a. in kleinen Videosequenzen vorgetsllt werden.
Ebenfalls eine Besonderheit ist die Abteilung Rhythm Dance, in der auch jugendliche Nicht-Tänzer zu ganzkörperlicher Bewegung verführt werden, sowie die „Rhythm Shorties“, die gedacht sind als rhythmische Kleinigkeiten zum Auflockern, als schneller Rhythmusspaß zwischendurch und als überraschende Zugabe bei Aufführungen.
Die Medienkombination von Buchtext, Audiobeispielen, besonders aber Fotosequenzen und Videosequenzen kann man nur als sehr gelungen bezeichnen. Vom kleinsten Element bis hin zum komplexen Ablauf wird alles genau beschrieben und illustriert.
Richard Filz Rhyth:Mix 2 (Helbling Verlag)







