22.10.2010

Musikstudierende und Referendare ziehen Bilanz

Musikstudierende und Referendare ziehen Bilanz aus der Auftaktveranstaltung des
Forum Junge Schulmusik
auf der 28. Bundesschulmusikwoche 2010 in Frankfurt


Bachelorstudierende sind unzufrieden mit ihrer Ausbildungssituation als zukünftige Schulmusiker aufgrund der  Umstellung   auf   das  Bachelor-  und  Mastersystem,  während  die  Mehrzahl  der  Staatsexamens- absolventen von der aktuellen Problematik in der Bildungspolitik (noch) nicht betroffen ist.

Der Protest unter den Bachelorstudierenden ist groß:
Aspekte wie Studienortwechsel, Verschulung des Studiums durch Modularisierung, die Berechnung von Arbeitsaufwand und  Übezeiten sowie fehlender Praxisbezug im Studium  werden kritisiert. Obwohl der Bachelor (inter-)nationale Mobilität bieten  soll, erweist sich der Studienortswechsel als sehr schwer; ein nahtloser Übergang gelingt fast nie: „Unser Bachelor wird  noch nicht einmal von der nächstgelegenen Universität oder Musikhochschule anerkannt.“

Insbesondere wird auch die Verschulung des Studiums kritisiert:
„Warum   definiert   sich   das Schulmusikstudium über die Anzahl abzuleistender Hausarbeiten? Wie um Gottes Willen soll ich durch das Schreiben von bis  zu vierzehn Hausarbeiten als Modulabschlussprüfungen  zu einem besseren Lehrer werden?“ Vielfach fehlt den  Studierenden der Praxisbezug im Studium: „Ich frage mich oft, wie ich die gelernten Inhalte eigentlich in der Unterrichtspraxis anwenden soll.“

Referendare monieren, dass die Ausbildungsbedingungen zwischen den Bundesländern erheblich variieren, insbesondere in den Bereichen Seminarausbildung und Unterrichtsverpflichtung. Angemahnt wird daher eine bundesweit einheitliche Ausbildungssituation, um Vergleichbarkeit, Transparenz und Mobilität zu ermöglichen.  Referendare wünschen eine engere Verzahnung  zwischen Hochschulausbildung und schulischer Praxis.

Unsere gemeinsame Forderung an die Hochschulrektorenkonferenz:

  1. Ermöglichen Sie allen Studierenden eine kompatible Studierfähigkeit in allen Bundesländern (Studienortwechsel muss verbessert werden).
  2. Verbessern Sie das Verhältnis von Arbeitsaufwand und Übezeiten (Das ständige Prüfen und Überprüfen in Form von Klausuren verhindert eine individuelle Entfaltung der eigenen künstlerischen Fähigkeiten.
  3. Reduzieren Sie die verpflichtende Anzahl von abzuleistenden Hausarbeiten.
  4. Schaffen Sie Kompatibilität in den Bereichen Seminarausbildung und Unterrichtsverpflichtung.
  5. Realisieren Sie eine engere Verzahnung zwischen Hochschulausbildung und schulischer Praxis.


Frankfurt, 2.10.2010

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