15. Bundesbegegnung „Schulen musizieren“: Hamburg – Ohr zur Welt
In Hamburg sagt man Tschüss, das heißt Auf Wiedersehen, in Hamburg sagt man Tschüss beim Auseinandergehen … – so sangen am letzten Tag der 15. Bundesbegegnung ca. 1000 Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften und Gasteltern im Schauspielhaus – und in vielen Gesichtern der Kinder und Jugendlichen konnte man sehen, dass ihnen der Abschied gar nicht so leicht fiel …
Vier Tage lang hatten Ensembles aus allen 16 Bundesländern und zwei Ensembles aus dem EU-Partnerland Lettland die Freie und Hansestadt Hamburg „unter Musik gesetzt“ und das so genannte „Tor zur Welt“ zum „Ohr zur Welt“ werden lassen – entsprechend dem Motto der Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters Ole von Beust stand.
Schulische Ensembles verschiedenster Couleur und aller Schularten (von der Förderschule bis zum Gymnasium) zu präsentieren – das ist das Anliegen des Jugendmusikfestivals „Schulen musizieren“, das alle zwei Jahre in einem anderen Bundesland durchgeführt wird. Zu hören war diesmal ein beeindruckender Querschnitt durch die facettenreiche Schulmusik-Landschaft: von der Percussion-Gruppe zum Tanzstudio, von der Dixieland-Band zur Samba-AG, vom Jugendkammerchor bis zum großen Orchester.
Dabei wurde die ganze Palette der attraktiven Veranstaltungsorte in Hamburg genutzt: die klassisch geprägten Begegnungskonzerte fanden in der Hauptkirche St. Petri, in der Laeiszhalle und im Schauspielhaus statt. Für das jazzig-rockige Programm dagegen hatte man eine besondere „Location“ gefunden: die Altonaer „Fabrik“, eine 150 Jahre alte Maschinenfabrik, auf deren Bühne schon Miles Davis und ACDC auftraten. Darüber hinaus gab es zahlreiche kleinere Konzerte in Senioren- und Pflegeheimen und in einer Justizvollzugsanstalt.
Viel Laufpublikum hatte die große „Open-Air-Bühne“ an den Landungsbrücken, die die maritime Atmosphäre Hamburgs unmittelbar erleben ließ – aufgebaut vis à vis des faszinierenden dreimastigen Frachtenseglers RICKMER RICKMERS, auf dem sich das erste „schwimmende Tagungsbüro“ einer „Schulen musizieren“-Veranstaltung befand. „Wassermusik“ gab es auch auf den Alsterschiffen, von denen aus vier Ensembles ausgewählte Anlegestellen bespielten. Und die AG „Neue Musik“ aus Rheinland-Pfalz tourte mit ihrem experimentellen Musikprogramm durch die Hamburger City – sogar bis in das Foyer des Rathauses …
Ein weiterer Höhepunkt war das Preisträgerkonzert zum Wettbewerb „Hafen Hamburg – Ohr zur Welt“, das vor der Kulisse des neuen Hafenmuseums stattfand. Dieser Kompositionswettbewerb, der zum zweiten Mal durchgeführt und von der Stiftung „Pro Musica Viva – Maria Strecker-Daelen Stiftung“ gesponsert wurde, richtete sich ausschließlich an die an der Bundesbegegnung teilnehmenden Ensembles und sollte zur Auseinandersetzung mit Neuer Musik anregen. Die Beiträge der drei Preisträger, die aus Berlin (Percussion-Gruppe der Johann-Strauß-Grundschule), Rheinland-Pfalz (AG Neue Musik am Leininger-Gymnasium Grünstadt) und Nordrhein-Westfalen (Schulchor der Wichernschule Minden) kamen, nahmen direkten Bezug auf den Hafen Hamburg und das Hafenmuseum.
Erstmals wurden den Schülerinnen und Schülern – neben ihren eigenen Auftritten – auch Teilnehmerworkshops angeboten. Auf dem Programm standen „Jazzchor“, „Pop, Gospel & More“ und „Hamburg tanzt nach Folk und Pop“. Mit diesem Angebot sollten sowohl pädagogische Aspekte in den Vordergrund gerückt als auch der Begegnungscharakter der Veranstaltung verstärkt werden.
"Miteinander-Musizieren, Einander-Zuhören, Zusammentreffen, Sich-Kennenlernen und Sich-Austauschen sowie Gemeinsam-Feiern – das ist das bewährte musikpädagogische Qualitätsprogramm für „Schulen musizieren", so der VDS-Bundesvorsitzende Ortwin Nimczik in seinem Beitrag für das Programmheft von „Schulen musizieren“. Wer vier Tage lang die Atmosphäre in den Konzerten, auf der Open-Air-Bühne oder zum Beispiel bei der Hafenrundfahrt mit der „Mississippi-Queen“ erlebt hat, weiß, dass dieses Konzept in Hamburg „voll aufging“.
Zu danken ist insbesondere der Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg, die maßgeblich an der Finanzierung dieser 15. Bundesbegegnung beteiligt war. Ein Dank gilt allen weiteren Sponsoren (s.o.), der Jürgen Ponto-Stiftung zur Förderung junger Künstler, der Music Academy for Generations, dem Projekt „Play Fair - Respect Music“ – und natürlich dem engagierten VDS-Projektteam mit dem Bundesbeauftragten Georg Kindt als Koordinator.
Im Abschlusskonzert nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Urkunden aus den Händen der Zweiten Bürgermeisterin, Christa Goetsch in Empfang. Bleibt nur noch zu sagen: In Hamburg sagt man Tschüss, das klingt vertraut und schön, und wer einmal in Hamburg war, der kann das gut verstehen …
Monika Heinrich


