12.05.2010

VDS Medienpreis 2006

Die Preisträger 2006


Preisträger und Empfehlungen

PREISTRÄGER

Kategorie Lehrwerk:

VDS-Medienpreis für „SIM SALA SING“ (Helbling Verlag, Esslingen) Eine Zauberformel, die das Medium Liederbuch zum Multimediapaket gewandelt hat: Zu „SIM SALA SING“ gehören ein Buch, vier CDs mit Originalaufnahmen, fünf CDs mit instrumentalen Playbacks sowie eine DVD. Alle Komponenten ergänzen sich sinnvoll und decken ein breites Spektrum der im Unterricht nutzbaren Medien ab. Aller technischer Aufwand ist hier jedoch nie Selbstzweck, sondern stets Mittel zum Zweck: Im Mittelpunkt des Medienverbunds steht das Singen. Neben einer gelungenen Liedauswahl wartet „Sim Sala Sing“ mit einer schier unerschöpflichen Fülle phantasievoller methodischer Impulse auf. Von „Ausprobieren“ bis „Zuhören“ findet sich alles, was sach- und kindgerechte Vokalarbeit auszeichnet. Singen, Spielen, Hören, Verstehen, Bewegung und Gestaltung durchdringen sich gegenseitig; einfache Begleitsätze fehlen ebenso wenig wie Anleitungen zum Instrumentenbau. Originalaufnahmen vermitteln neben einem authentischen Klangbild die richtige Aussprache fremdsprachiger Liedtexte; Playbacks bieten willkommene Hilfsmittel für die Unterrichtspraxis, etwa bei unzureichender instrumentaler Ausstattung der Schule. Die DVD – einzigartig auf dem Liederbuchmarkt - bahnt neue Wege. Die vorbildlich aufbereiteten Materialien lassen sich im Unterricht gewinnbringend nutzen, insbesondere auch für Formen selbst gesteuerten Lernens. Lehrer und Schüler finden in vorzüglicher Anschaulichkeit eine Fülle an Anregungen und Tipps. Besonders hilfreich für Tanz- und Bewegungsgestaltungen sind Filmsequenzen aus unterschiedlichen Kameraperspektiven.

Kategorie Hörbuch:

VDS-Medienpreis für „Ritter Rost geht zur Schule“ (Terzio, München) „Ritter Rost“ ist eine Kultfigur, nicht nur im Kinderzimmer. Der jüngste Band der beliebten Hörbuchreihe zeichnet sich aus durch Phantasie und sprühenden Witz; raffinierte Songs zünden ein wahres Feuerwerk an Einfallsreichtum und musikalischer Vielfalt. Die Autoren Jörg Hilbert und Felix Janosa schicken ihren Metallhelden diesmal auf die Schulbank. Natürlich handelt es sich um keine gewöhnliche Schule, es herrschen dort haarsträubende Zustände. König Bleifuß hat nämlich vergessen, eine Tüte Gold vorbeizubringen. Und so fehlt das Geld, um Lehrer zu bezahlen. Wer jetzt Parallelen zur Realität vermutet, dem sei verraten: In der Geschichte von Ritter Rost gibt es ein Happy End. Dieses „Musical für Kinder“ bietet ein meisterhaftes Mosaik musikalischer Genres und Stile und entrollt ein Soundpanorama, das ebenso eingängig wie anspruchsvoll ist. Musik und Produktion setzen Maßstäbe: Die beiliegende CD besticht durch bestechende Arrangements, hoch professionelle Instrumentalisten und hervorragenden Klang.

EMPFEHLUNGEN

Kategorie Lehrwerk:

Empfehlung für „Trommelzauber“ (Ökotopia Verlag, Münster) In origineller Weise bringt Autor Johnny Lamprecht Kindern und Jugendlichen das Spiel auf Percussion-Instrumenten nahe. Sein Lehrgang verknüpft vielfältige methodische Zugänge: Musikmachen und Musik erfinden, Hören und Reflektieren, Sichbewegen und Singen sind eng aufeinander bezogen. Spiele und Lieder, Bilder und Texte, Sprechstücke und Gestaltungsvorlagen, Anleitungen zum Selbstbau von Instrumenten und Einblicke in afrikanische Kulturen ergänzen sich zu einem Konzept, das insbesondere den Bedingungen des Anfangsunterrichts Rechnung trägt. Eine zum Buch gehörende Doppel-CD enthält Playbacks und Originale zum Mithören, Mittanzen, Mitsingen und Nachdenken. „Trommelzauber“ empfiehlt sich für die Arbeit in der Schule, insbesondere aber auch für Felder außerschulischer Musikpädagogik.

Kategorie Hörbuch:

Empfehlung für „Ali und der Zauberkrug“ (Schott Music, Mainz) Das musikalische Märchen aus Äthiopien von Karlheinz Böhm, Enjott Schneider und Brigitte Smith lässt sich lesen als Parabel zur Frage, was Reichtum eigentlich ausmacht. Musik steht hier als Sinnbild erfüllten, guten Lebens. Ali beim Flötenspiel, die musizierende Dorfgemeinschaft: Das sind märchenhafte Allegorien, die auf das zutiefst humane Anliegen des Autors Karlheinz Böhm und seiner Stiftung „Menschen für Menschen“ verweisen. Reich an Bildern und Farben ist die Orchesterpartitur des bekannten Komponisten Enjott Schneider. Das ist visuelle Musik im besten Sinne: Filmmusik für das Kino im Kopf. Enjott Schneider gelingt es, im Anschluss an die Tradition des Melodramas aus vertrauten Formen und Mittel zu schöpfen, ohne jemals in vordergründige Klischees zu verfallen. Die beiliegende CD beeindruckt mit aufwändiger Produktion (u. a. Symphonieorchester und Kinderchor) sowie erstklassiger Aufnahmequalität.

Kategorie Hörfunk:

Empfehlung für „Musik, die aus der Kälte kommt – Einojuhani Rautavaara“ (Bayrischer Rundfunk, Redaktion RadioWissen, München) In einer visuellen Zeit, in der Gegenstände des Interesses primär über eine optische Darstellung ins Bewusstsein rücken, kann der Hörfunk an Bedeutung verlieren. Aber das Medium Radio zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es unter Verzicht auf Bilder assoziativer Fantasie und Kreativität Raum gibt. Die Produktion des Bayerischen Rundfunks (Radio Wissen, Red. Petra Herrmann) „Musik, die aus der Kälte kommt“ über den finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara führt ein gelungenes Beispiel eines solchen Ansatzes vor. Autor Markus Vanhoefer gelingt es eindrucksvoll, biographische Informationen, geographische und kulturelle Kontexte in lebendige Beziehung zur Musik zu setzen. Statt einer anekdotenreichen Darstellung des Komponisten, die im visuellen Medium packender wäre, weckt dieses Hörbild Neugier und Verständnis für zeitgenössische Musik, wie es nur in der Konzentration auf das akustische Erlebnis der Fall sein kann.

Kategorie Crossmedia:

Empfehlung für „Little Amadeus Aktionstag“ (Gateway 4M, Hamburg) „Little Amadeus“, die Trickfigur aus der Fernsehreihe, machte Schule: Auf Initiative von Produzent Peter Will, dem Trompeter und Musikproduzenten Otto Sauter sowie dem Autor der Serie, Winfried Debertin veranstaltete „Gateway 4M“ einen Aktionstag „Little Amadeus & Friends“, der zum 250. Geburtstag von Mozart am 27.1. 2006 stattfand. Ziel war es, Kindern an Grundschulen klassische Musik näher zu bringen und sie für aktives Musizieren zu interessieren. Zu diesem Zweck knüpfte das Projektteam eine weit gespannte Allianz aus Musikschulen und Schulen, Orchestermusikern und Solisten, Vereinen und Verbänden, Medien und Wirtschaft. Musiker kamen an die Schulen und spielten vor, Lehrkräfte erhielten Lehrmaterialien und Hörbeispiele, weitere Unterlagen standen im Internet zum Herunterladen bereit. Insgesamt geriet der Aktionstag zu einem großen Erfolg, es beteiligten sich rund 100.000 Schülerinnen und Schüler an 838 Schulen. „Animation“ - beim Wort genommen: Die Trickfilmfigur aus dem Fernsehen nimmt reale Gestalt an und hilft, Kindern klassische Musik ans Herz zu legen. Dass eine Filmproduktionsfirma auf diese Weise musikpädagogische Verantwortung übernimmt, ist ebenso innovativ wie vorbildlich. Der nächste Aktionstag ist für Herbst 2006 angekündigt, getragen von einer„Little Amadeus Stiftung“. Das zeigt, dass es hier keineswegs um einem Marketinggag ging, sondern um die Idee eines dauerhaften Projekts zur Musikvermittlung.


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