Glossar
Intervall
Ein Intervall ist der Tonhöhenabstand zwischen zwei Tönen - eine Grundgröße, ohne die weder Melodie noch Harmonie zu erfassen sind.
Definition
Ein Intervall bezeichnet den Abstand zwischen zwei Tönen in Bezug auf ihre Tonhöhe. Intervalle werden nach der Anzahl der Stufen, die sie umfassen, benannt: Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime und Oktave. Zusätzlich wird ihre Qualität angegeben, also rein, groß, klein, vermindert oder übermäßig. Intervalle können gleichzeitig (harmonisch) oder nacheinander (melodisch) erklingen.
Einfache Erklärung
Wer zwei Töne nacheinander oder gleichzeitig hört, nimmt einen bestimmten Abstand wahr. Manche Abstände wirken offen und ruhig, andere spannungsvoll oder schräg. Genau diese Wahrnehmung beschreibt der Intervallbegriff. Die Bezeichnungen sagen zugleich etwas über die Größe und über den klanglichen Charakter des Abstands aus.
Bekannte Intervalle lassen sich oft mit Anfängen vertrauter Melodien verbinden. Solche Eselsbrücken sind eine beliebte Hilfe beim Hörtraining.
Bedeutung im Musikunterricht
Intervalle sind ein klassischer Lerninhalt des Musiktheorie- und Gehörbildungsunterrichts. Sie ermöglichen es, Melodien zu beschreiben, Akkorde abzuleiten und Hörphänomene gezielt zu benennen. In der Schule werden Intervalle meist gemeinsam mit Tonleitern eingeführt und Schritt für Schritt durch das Hören, Singen und Bestimmen geübt.
Auch beim Klassenmusizieren spielt das Intervallverständnis eine Rolle: Wer hört, ob eine Linie aufwärts oder abwärts geht und in welchen Schritten, kann sich schneller in einem Stück orientieren und sicherer mitspielen.
Beispiel
Eine reine Quarte umfasst vier Stufen, zum Beispiel von C nach F. Im Hörtraining wird sie häufig mit dem Beginn von "Tatütata"-Signalen oder dem Anfang vieler Hochzeitsmärsche verbunden. Die reine Quinte (zum Beispiel C nach G) erinnert viele Lernende an klassische Hornsignale. Im Unterricht können solche Beispiele helfen, Intervalle klanglich zu verankern. Anschließend versuchen Lernende, vorgespielte Tonpaare zu bestimmen und einzuordnen.
Typische Missverständnisse
- Intervalle werden nicht nach Halbtonschritten gezählt, sondern nach Stufen. Eine Terz umfasst immer drei Stufen, unabhängig davon, ob sie groß oder klein ist.
- Groß und klein bezeichnen die Qualität, nicht die Lautstärke. Eine kleine Terz ist nicht leiser als eine große, sondern um einen Halbton enger.
- Eine Oktave ist kein "doppelter Ton". Beide Töne haben denselben Namen, klingen aber in unterschiedlicher Höhe.
- Intervalle hören zu können ist eine Übungsfrage. Mit regelmäßigem Training entsteht Sicherheit, auch ohne besondere Begabung.
Siehe auch im Glossar
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