Glossar
Bodypercussion
Bodypercussion macht den eigenen Körper zum Instrument - eine niederschwellige, gruppenstärkende Methode für jeden Musikunterricht.
Definition
Bodypercussion bezeichnet das Musizieren mit Klängen, die der eigene Körper erzeugt. Die gängigsten Bausteine sind Klatschen, Patschen auf Oberschenkel oder Brust, Stampfen mit den Füßen und Schnipsen mit den Fingern. Diese vier Grundklänge lassen sich zu einfachen oder komplexen rhythmischen Strukturen kombinieren - allein, zu zweit oder in der Gruppe.
Einfache Erklärung
Wer rhythmisch klatscht, stampft oder patscht, betreibt bereits Bodypercussion. Der eigene Körper ist dabei Instrument und Resonanzkörper zugleich. Das Besondere: Es ist nichts mitzubringen, nichts aufzubauen, kein Instrument zu transportieren. Die Methode ist überall und sofort einsetzbar.
Die vier Grundklänge unterscheiden sich klanglich deutlich: Stampfen klingt tief, Patschen mittel, Klatschen hell und Schnipsen sehr leise und perkussiv. So entstehen schon mit einem einzigen Körper mehrere "Stimmen".
Bedeutung im Musikunterricht
Bodypercussion ist in der Grundschule und Sekundarstufe gleichermaßen verbreitet. Sie eignet sich für rhythmische Warm-ups, Konzentrationsübungen, mehrstimmige Stücke und kleine Performances. In heterogenen Lerngruppen ist sie besonders wertvoll, weil alle ohne Vorkenntnisse mitmachen können.
Über Bodypercussion lassen sich zentrale rhythmische Begriffe wie Grundschlag, Takt, Synkope oder Polyrhythmik erfahrbar machen. Sie fördert Koordination, Körperbewusstsein und kollegiales Hören. Auch für die Gestaltung von Schulfeiern und Schulkonzerten sind Bodypercussion-Stücke ein dankbarer Beitrag.
Beispiel
Ein einfaches Stück besteht aus einem viertaktigen Muster, das die ganze Klasse zunächst gemeinsam ausführt: Stampfen auf Zählzeit 1, Patschen auf 2, Klatschen auf 3, Schnipsen auf 4. Sobald das sicher sitzt, wird die Klasse in zwei Gruppen geteilt: Gruppe A spielt das Muster vorwärts, Gruppe B spielt es einen Takt versetzt dazu. Schon entsteht ein einfaches, klangvolles Zusammenspiel, das die Lernenden ohne weiteres Material erfahren können.
Typische Missverständnisse
- Bodypercussion ist kein reiner Spaßfaktor, sondern eine ernstzunehmende musikpädagogische Methode mit eigener Fachliteratur.
- Sie ist nicht auf die Grundschule beschränkt. Auch in der Sekundarstufe lassen sich anspruchsvolle Stücke umsetzen.
- Bodypercussion ersetzt kein Instrument, sondern ergänzt instrumentales Musizieren um eine eigene Klangwelt.
- Lautstärke ist kein Qualitätsmerkmal. Differenzierte, leise Bodypercussion-Stellen sind oft musikalisch besonders wirkungsvoll.
Siehe auch im Glossar
- Rhythmus
Zeitliche Ordnung von Klang und Stille.
- Klassenmusizieren
Gemeinsames aktives Musizieren der ganzen Klasse.
- Metrum
Gleichmäßige Grundschlagordnung in der Musik.
- Takt
Wiederkehrende Gruppierung von Grundschlägen.
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