Glossar
Tempo
Das Tempo bestimmt, wie schnell oder langsam Musik klingt. Es prägt Charakter, Wirkung und Spielbarkeit eines Stücks.
Definition
Tempo bezeichnet die Geschwindigkeit, mit der die Grundschläge eines Musikstücks aufeinander folgen. Gemessen wird das Tempo in Schlägen pro Minute, der Einheit BPM (Beats per Minute). Ein Tempo von 60 BPM entspricht einem Schlag pro Sekunde. Zusätzlich gibt es traditionelle italienische Tempobezeichnungen, die einen ungefähren Bereich markieren.
Einfache Erklärung
Stellt man sich Musik als einen Spaziergang vor, beschreibt das Tempo das Tempo des Gehens: langsam wie ein Schlendern, mittel wie ein normaler Gang oder schnell wie ein Lauf. Dasselbe Stück wirkt in verschiedenen Tempi oft sehr unterschiedlich. Eine ruhige Ballade lebt von einem langsamen Grundpuls, ein Tanzstück verlangt einen zügigen.
Tempo ist nicht starr. Viele Stücke verändern es bewusst, beispielsweise durch ein langsameres "Ritardando" zum Schluss oder durch ein angezogenes "Accelerando" in einem Übergang.
Bedeutung im Musikunterricht
Im Musikunterricht hat das Tempo mehrere Funktionen. Beim Üben hilft ein bewusst gewähltes Tempo, schwierige Stellen sicher zu spielen, bevor sie auf das Zieltempo gebracht werden. Beim Hören schult der Vergleich verschiedener Tempi die Wahrnehmung von Charakter und Stimmung. Beim Klassenmusizieren ist es wichtig, ein gemeinsames Tempo zu finden und zu halten.
Auch das Lesen von Tempoangaben gehört zum musikalischen Grundwissen. Bezeichnungen wie Largo, Adagio, Andante, Moderato, Allegro oder Presto begegnen Lernenden in vielen Notenausgaben. Sie geben nicht nur ein Tempo, sondern immer auch eine Vorstellung von Charakter.
Beispiel
Die Klasse hört eine einfache Tonleiter zunächst in 60 BPM, dann in 120 BPM. In der ersten Variante wirkt die Übung wie eine ruhige Skala, in der zweiten wie ein zügiger Lauf. Anschließend versuchen die Lernenden, einen bekannten Kanon wie "Bruder Jakob" in unterschiedlichen Tempi zu singen und beschreiben den jeweiligen Eindruck. So wird Tempo nicht als technische Angabe abstrakt vermittelt, sondern als musikalisches Gestaltungsmittel erfahrbar.
Typische Missverständnisse
- Schneller bedeutet nicht automatisch besser. Viele Stücke entfalten ihre Wirkung erst im richtigen Tempo, das oft langsamer ist als zunächst gedacht.
- Tempo und Rhythmus sind nicht dasselbe. Derselbe Rhythmus kann in beliebigem Tempo erklingen.
- Italienische Tempoangaben sind keine exakten Werte. Allegro umfasst beispielsweise eine ganze Spannweite, in der Spielende selbst entscheiden.
- Ein Metronom hilft beim Üben, ersetzt aber nicht das eigene Tempogefühl.
Siehe auch im Glossar
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